Buchtipp für den Monat
Peetz, Monika
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Dieser Roman wurde mir von einer Freundin wärmstens ans Herz gelegt. Doch dann verschwand er für einige Monate auf meinem überladenen Schreibtisch und tauchte anläßlich einer Aufräumaktion wieder auf. Der Titel hat mich neugierig gemacht, erinnerte er mich doch irgendwie an den Film "Calendar girls" aus dem Jahr 2003, in dem einige ältere Damen sich für einen guten Zweck nackt bei hausfraulichen Tätigkeiten fotografieren lassen haben. Doch damit ist auch Schluss mit irgendwelchen Ähnlichkeiten. In dem Roman geht es um 5 Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können. Alle haben sich durch einen Französischkurs kennengelernt und treffen sich seitdem einmal im Monat zu gemeinsamem Plausch und Essen. Da ist zum einen die erfolgreiche Strafanwältin Caroline, das brave Hausmütterchen Eva, die nicht erfolgsverwöhnte Werbedesignerin Kiki, die reiche und exzentrische Estelle und nicht zuletzt Judith, die ihren Mann verliert. Judiths Mann Arne war leidenschaftlicher Pilger auf dem Jakobsweg, bis er seiner schweren Krebserkrankung erlag. Minutiös hat er Tagebuch geschrieben. Judith möchte auf seinem Weg weiterwandern, um sich, wie sie sagt, so von ihrem Mann verabschieden zu können. Spontan beschließen die Frau, sie zu begleiten. Während der neuntägigen Wanderung kommen bei den Frauen viele Emotionen hoch, sie lernen sich und ihre Grenzen kennen und gewinnen viele neue Lebenseinsichten. Die heile Welt der Freundinnen bekommt nach und nach Risse, stellt sich doch Arnes Tagebuch als eine fiktive Beschreibung heraus. Er hat seinen Urlaub in Frankreich bei einem Bekannten verbracht, weil er sich nicht damit auseinandersetzen wollte, dass seine Frau ihn betrügt. Carolines Ehe ist am Ende, als sie herausfindet, dass ihre Freundin Judith sich mit ihrem Mann eingelassen hat. Das brave Hausmütterchen Eva entdeckt sich selbst wieder und emanzipiert sich von Familie und Küche. Kiki findet statt ihrer Karriere die Liebe ihres Lebens und auch Estelle wächst über sich hinaus, auch wenn sie das Luxusweibchen der Clique bleibt. Die Charaktere der Frauen werden so liebevoll beschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, weil man mit jeder Seite weiter auf den Showdown wartet. Auch wenn das Ende etwas zu happy ist, so besticht das Buch durch die klare, gut lesbare Sprache und die netten Beschreibungen einer französischen Landschaft, so dass man Lust bekommt, selber mal ein kleines Stück des Jakobsweges zu laufen. Marie-Therese Fritzen-Einfeldt |
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