Buchtipp Dezember 2006

Hans-Jürgen Simon,
Stadtbücherei Eckernförde



   
Annette Wenzel
Alles bleibt anders. Das ehrliche Schwangerschaftsbuch.
Eichborn, 2006. 164 S.
ISBN 3-8218-4916-9
14,90 €.

Signatur der Stadtbücherei: Med 244 W

Schwangerschaftsratgeber sind Standardtitel in jeder öffentlichen Bibliothek: Meist überwiegt der sachlich aufklärende Ton, sie sind denn auch in der Sachgruppe Medizin zu finden. Dieser Aspekt kommt auch im vorliegenden Buch nicht zu kurz, wird sogar ganz auf der Höhe der Zeit präsentiert, doch im Vordergrund steht die kritische Auseinandersetzung mit dem Mutterkult. "Schwangere Frauen wollen ein Kind. Was wir nicht wollen, ist ein völlig neues Ich". Annette Wenzel (geb. 1968, 2 Kinder) geißelt das angestaubte Mutterbild, das sich hartnäckig bis in die Gegenwart hinübergerettet (?) hat - und wohl trotz dieses Buches Bestand haben wird. Aber: Für jede schwangere Frau kann dieses "ehrliche" Buch wohltuend sein. Dazu passend auch der letzte Satz des Buches: "Das Leben ist mit Kind definitiv schöner."

Und wenn wir schon gerade dabei sind, hier noch ein thematisch genau anknüpfender Titel:


   
Katharina Gudladt, Maike Lück und Imke König.
Kinder? Ja, bitte! Von Müttern und anderen absurden Zuständen.
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2006. 319 S.
ISBN 3-89602-706-9
9,90 €

Signatur der Stadtbücherei: Med 244 G

Hier erlaube ich mir, die sehr treffende Besprechung meiner Berufskollegin Heidrun Küster wiederzugeben:
Bislang saß ich nur bei Sex- und Beziehungsbüchern lachend am Schreibtisch, nun bei einem überaus realitätsnahen über das Leben mit Kindern - weit weg von idyllisierendem Familienschnack oder gar politischen Implikationen.
Herzerfrischend wahr und schlicht haben die 3 Autorinnen (Jg. 1965, 1966, 1967, zusammen 5 Kinder) auf über 300 Seiten geballten Elternalltag eingefangen, von der Schwangerschaft /"Der liebe Beckenboden...") bis zur Pubertät ("...geht immer früher los und dauert immer länger") und Gefühlen im ‚leeren Nest'. ... Ganz unspektakulär, ohne philosophische Übertreibung, vermittelt sich hier, wie schön es ist, Kinder zu haben.
Und wie schade, dass es "in Deutschland zwei Parallelwelten gibt: Kinderlose und Familien". Ein heiterer beruhigender Begleiter durch unruhige, lebenspralle Jahre.






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