Hans-Jürgen Simon, Stadtbücherei Eckernförde
|
Georges Simenon: Maigret- und Non-Maigret-Romane |
![]() |
| Simenon war eine schillernde Figur der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem Jahr wäre er 100 J. geworden (er starb 1989 im Alter von 86 Jahren). Die erste Assoziation zu Georges Simenon ist, ganz recht, Kommissar Maigret. Diese Kriminalromanfigur hat ihn weltberühmt gemacht (in 130 Maigret-Romanen!). Zu recht, kann man sagen, denn mit Maigret führte Simenon einen neuen Antihelden ein: knurrig, unspektakulär, mit menschlichen Schwächen und doch eine Identifikationsfigur für Millionen von Lesern. In diesem Massenerfolg liegt leider auch das Image eines Autors von Massenware, doch diese Einschätzung wird dem Schriftsteller Simenon nicht gerecht. Er schreibt zwar viel (mehr als 210 Romane), aber nicht schematisch konstruiert oder vorhersehbar - nah am Leben eben. Seien es Paare oder Einzelgänger, Mörder oder Opfer, aus allen Schichten, die Personen Simenons sind immer echt und beunruhigend wirklichkeitsnah. Oft sind es vom Schicksal Getriebene, deren Handeln uns plausibel erscheint, so eindrucksvoll, dass auch ein Mörder Sympathien im Leser erwecken kann - ein Teil von Simenons Erfolgsrezept? Jedenfalls ist es der genaue Blick auf die menschliche Psyche, der Spiegel, der uns vorgehalten wird, der auch Simenons "Non-Maigret-Romane" so faszinierend macht. Geschrieben seit den 20er Jahren, waren seine Romane ideale Vorlagen für erfolgreiche Filme (u.a. mit Jean Gabin). Ich "verschlang" viele in den 70er Jahren und empfehle sie heute wieder wärmstens als lohnende Lektüre-Alternative zu Donna Leon, Henning Mankell & Co.! |
Buchempfehlung April 2003
Buchempfehlung März 2003