Lesetipp September 2003

Hans-Jürgen Simon,
Stadtbücherei Eckernförde



Friedrich Karl Waechter: Waechter.
Diogenes, 2002. 367 S. 39,90 €




"Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein" - so der mehrdeutige Titel eines früheren Auswahlbandes von F K Waechter - das wäre im vorliegenden Fall Sünde.
Nein, einen solchen Prachtband von Cartoons eines Zeichners hat die Stadtbücherei nicht alle Tage neu im Angebot: Angepriesen sei die ultimative Werkschau (~1970-2002) des bedeutendsten deutschen Karikaturisten der letzten fünfzig Jahre, Waechter eben.
Kein anderer hat das weite Feld der Cartoon-Szene auf so geniale Art und Weise beeinflusst wie er, steht als Synonym für die Neue Frankfurter Schule.
Als Gründungsmitarbeiter sowohl bei "Pardon" (1962) wie auch "titanic" (1979), mit eigener Rubrik im ZEITmagazin wird er bald zur Institution, wird Vorbild für manch anderen erfolgreichen Cartoonisten (z.B. Peter Gaymann).
Dass er außerdem erfolgreicher Bilderbuch- und Kindertheaterautor ist, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
Nun warten Sie noch auf ein Wort zu Waechters Zeichenkunst. Doch das hat schon Zeichnerkollege Hans Traxler als Nachwort ergriffen, so kann ich es mir verkneifen und wünsche mir stattdessen: Hoffentlich gucken ganz viele Schweine - und andere Zeitgenossen! Weitere Cartoon-Bände von Waechter, Sempé, Pfarr, Gernhardt u.a.m., die das Auge anregen, manchmal irritieren mögen und für Überraschungen sorgen, hält die Monatsausstellung im OG der Stadtbücherei Eckernförde im September bereit.


                     

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